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Melanotan II

Melanotan II ist ein synthetisches, ringförmiges Peptid auf Basis von α-MSH, dem Hormon, das die Haut zur Pigmentbildung anregt. Es wirkt an mehreren Melanocortin-Rezeptoren und kann daher neben der Bräunung auch Erektionen, Übelkeit und Appetitverlust auslösen. Es wurde nirgends als Arzneimittel zugelassen. Es wird illegal als Bräunungsspritze und als Nasenspray verkauft.

Nicht zugelassen · nur ForschungWADA Nicht namentlich genannt; als nicht zugelassener Wirkstoff fällt es unter S0 (jederzeit verboten)Geprüft: Oktober 2026

Zulassungsstatus

Nirgends zugelassen. Laut der irischen HPRA hat keine Arzneimittelbehörde es zugelassen. Die australische TGA erklärt, es sei nicht zugelassen und dürfe ohne Rezept nicht abgegeben werden. 2007 verwarnte die FDA einen US-Händler, dass es ohne Zulassung nicht verkauft werden dürfe; der frühere Inhaber und Mitarbeitende bekannten sich später schuldig. Die FDA nennt Sicherheitsrisiken aus veröffentlichten Fallberichten.34678

Wofür es angewendet oder erforscht wird

  • Studien am Menschen

    Hautbräunung ohne Sonne: Eine kleine Pilotstudie aus den 1990er-Jahren mit drei gesunden Männern fand, dass es die Haut dunkler machte.2

  • Studien am Menschen

    Erektionsstörungen: Zwei kleine placebokontrollierte Studien mit Männern fanden, dass es Erektionen auslöste. Eine eng verwandte Variante, Bremelanotid (PT-141), wurde für die Sexualfunktion entwickelt.91011

Jede Markierung zeigt, wie stark die Evidenz ist: eine zugelassene Anwendung, Studien am Menschen, nur Tier- oder Laborstudien oder eine verbreitete Behauptung ohne veröffentlichte Studien. Erforscht heißt nicht, dass etwas als sicher oder wirksam belegt ist.

Nebenwirkungen

Häufig

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Gesichtsrötung (Flush)
  • Kopfschmerzen
  • Appetitverlust
  • Strecken und Gähnen
  • Spontane Erektionen
  • Schläfrigkeit und Müdigkeit

Schwer oder selten

  • Melanom, in Fallberichten bei Anwendern beschrieben
  • Neue oder sich rasch verändernde Muttermale
  • Priapismus (eine schmerzhafte, stundenlange Erektion)
  • Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelgewebe) mit Nierenschädigung
  • Niereninfarkt (ein Fallbericht)
  • Hirnschwellung (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom)

Die häufigen Effekte stammen aus kleinen Studien der 1990er-Jahre und von der australischen TGA. Die schweren Effekte stammen aus Fallberichten und Warnungen von Behörden. Die irische HPRA nennt unter den berichteten Effekten außerdem Sehverlust, Schlaganfall, Muskelzittern und Anaphylaxie.2347911121314151617

Vorsicht

  • Die Produkte sind unreguliert. Laut Behörden können Käufer nicht wissen, was sie enthalten, und bei beschlagnahmten Nasensprays schwankte die Stärke von Flasche zu Flasche.45
  • Gemeinsam benutzte Kanülen können über das Blut übertragbare Viren wie HIV und Hepatitis verbreiten; die britische MHRA hat davor und vor verunreinigten Produkten gewarnt.18
  • Es schützt die Haut nicht vor Sonnenschäden. Laut der australischen TGA ist Sonnenschutz weiterhin nötig.4
  • Behörden raten allen, die es anwenden, damit aufzuhören und bei Bedenken, etwa neuen oder sich verändernden Muttermalen, ärztlichen Rat einzuholen.34

Woraus es besteht

Typ
Peptid
Länge
7 Aminosäuren
Sequenz
Nle-Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys
Modifikationen
N-terminale Acetylierung; zyklische Lactambrücke zwischen Asp und Lys; Norleucin (Nle); D-Phe; C-terminales Amid
Summenformel
C50H69N15O9
Molare Masse
1024,2 g/mol

Synthetisches, über eine Lactambrücke ringförmig geschlossenes Fragment-Analogon von α-MSH, in den 1990er-Jahren an der University of Arizona erstmals an Menschen getestet.12

Diese Seite fasst veröffentlichte Informationen zusammen. Sie ist keine ärztliche Beratung und empfiehlt keine Anwendung. Viele dieser Substanzen werden nur für Forschungszwecke verkauft. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Quellen

  1. PubChem: Melanotan II (CID 92432)
  2. Dorr RT et al. Evaluation of melanotan-II in a pilot phase I clinical study. Life Sci 1996
  3. HPRA (Ireland): HPRA highlights serious health risk of Melanotan 2 self-tan products (2022)
  4. TGA (Australia): Melanotan tanning products
  5. TGA (Australia): Warning about Melanotan II nasal spray tanning products (2026)
  6. US Department of Justice: Guilty pleas after sales of unapproved Melanotan II despite a 2007 FDA warning letter (2015)
  7. FDA: Bulk drug substances used in compounding that may present significant safety risks
  8. WADA: 2026 Prohibited List
  9. Wessells H et al. Melanotan-II initiates erections in men with psychogenic erectile dysfunction. J Urol 1998
  10. Wessells H et al. Melanotan II, penile erection and sexual desire in men with organic erectile dysfunction. Urology 2000
  11. Nelson ME et al. Melanotan II injection resulting in systemic toxicity and rhabdomyolysis. Clin Toxicol 2012
  12. Habbema L et al. Risks of unregulated use of alpha-MSH analogues: a review. Int J Dermatol 2017
  13. Hjuler KF, Lorentzen HF. Melanoma associated with the use of melanotan-II. Dermatology 2014
  14. Yassin Alsabbagh A et al. Melanotan II nasal spray: a possible risk factor for oral mucosal malignant melanoma? Int J Oral Maxillofac Surg 2025
  15. Mallory CW et al. Melanotan tanning injection: a rare cause of priapism. Sex Med 2021
  16. Dreyer BA et al. Melanotan-induced priapism: a hard-earned tan. BMJ Case Rep 2019
  17. Peters B et al. Melanotan II: a possible cause of renal infarction. CEN Case Rep 2020
  18. Langan EA et al. Melanotropic peptides: more than just 'Barbie drugs' and 'sun-tan jabs'? Br J Dermatol 2010 (review)

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